Die BUGA 2021 und wir

Ankündigung :  7. Buga Dialog  Geraaue am  23.11.16

7. BUGA-Dialog der Landeshauptstadt Erfurt zur Ausstellungsfläche Nördliche Geraaue 

23. November,18:00 Uhr im Atrium Stadtwerke, Magdeburger Allee 34

 

Die Planer für diese BUGA-Ausstellungsfläche, geskes.hack landschaftsarchitekten, Vertreter der Landeshauptstadt Erfurt und Verantwortliche der BUGA Erfurt 2021 gGmbH stellen die Entwurfsplanung vor und informieren, welche Anregungen und Wünsche der Bürger Eingang in die weiteren Planungen gefunden haben. Informieren Sie sich, diskutieren Sie und stellen Sie Ihre Fragen! 

 

Und es gibt auch einen neuen Plan für das ega-Gelände: Ein Klimahaus, das die beiden Extreme unseres Globus Wüste und Regenwald im wahrsten Sinne des Wortes in Szene setzten wird 

 

6. Buga Dialog Petersberg am 18. 05. 16

Es war wieder voll im Atrium an der Magdeburger Allee, als es um den Petersberg ging. Der 3. Abschnitt der BUGA 21 ist der heikelste, nicht nur weil er wie der Nordpark auch unter Denkmalschutz steht, sondern weil er auch an prominenter Stelle mitten in der Stadt und auch noch 30 m über dem Domplatz schwebend einzubinden ist. 

Anders als beim vorherigen BUGA Dialog liegt noch kein Entwurf vor. Dafür aber eine Aufgabenstellung, die an diesem Abend den Anwesenden vorgestellt und diskutiert werden sollte. Und so könnte das dann mal aussehen:

 

Eine Seilbahn wird es nicht geben, in Frage gestellt wurde eigentlich auch der Aufzug, soll jedoch in der Aufgabenstellung zum Wettbewerb drin bleiben. Gehandicapte kämen sonst nur mit dem Auto oder Shuttle aufs Plateau, andere zu Fuß.
Ein Besucherzentrum, Arbeitstitel `Schaufenster Thüringen` , soll dort nicht nur den Empfang und die Orientierungshilfe übernehmen, sondern auch die Geschichte und Bedeutung des Petersberges präsentieren - eine nachhaltige Idee, wie ich finde, denn sowas fehlt ja schon immer. Dieses Besucherzentrum könnte unterirdisch in den Berg gebaut werden, irgendwo in der Mitte des Platzes. Der einstige Exerzierplatz und spätere Verkehrsgarten  wird in eine moderne Grünfläche verwandelt, in welcher dann die Oberlichter versteckt werden.
Die Defensionskaserne, die den Platz begrenzt, bekommt ein Flachdach mit Glasaufbau und Cafe. Die Diskussion um das neobarocke Mansarddach ist also beendet, aber damit könnte auch die Peterskirche aufgewertet werden, die dann das höchste Bauwerk oben wäre.  In dem Gebäude wird die Parität und die Landesmedienanstalt sitzen, es sind Büros und evtl. einige öffentliche Räume angedacht.
Das Kommandantenhaus wird zum zentralen Eingang, bleibt aber Museum mit einer überarbeiteten Ausstellung, wiederum Gastronomie und Übernachtungsmöglichkeiten, zumindest während der Show.

Die Peterskirche, das turmlose  Relikt des einstigen Benediktinerklosters wird ausgeräumt. Der leere sakrale Raum wird öffentlich, man spart Personal.

 

Demnächst werden 3 Wettbewerbe ausgeschrieben: Zugang, Freiraum Plateau mit dem Besucherzentrum und das `Schaufenster Thüringen`

 

Nachdem dieses Programm von Herrn Hilge vorgestellt wurde, gab es Statements dazu von den anderen Autoren Frau Hildebrand, Herrn Börsch, Herrn Knoblich und Frau Weiß. Bemerkenswerterweise war weder die Untere noch die Oberer Denkmalbehörde bei der Entwicklung der Idee gefragt worden.

 

An drei Ständen hatten danach die BesucherInnen die Möglichkeiten zum Dialog mit den Autoren. Deren Anregungen wurden wieder aufgepinnt, gesammelt und werden nun ausgewertet. 

Buga Dialog Nördliche Geraaue am  03.11.15

Hier gehts zur BUGA21-Webseite


200 Anwesende waren am Abend ins Atrium der SWE gekommen, um zu erfahren, was es seit dem letzten gemeinsamen Buga-Dialog im Februar 2014 Neues gibt. Geskes und Hack, Wettbewerbssieger 2014 aus Berlin stellten den Wettbewerbsentwurf vor. Das Büro Seebauer moderierte den Abend und der BUGA-Beauftragte der StV Herr Hilge führte gemeinsam mit Frau Weiß ein. 

 

Dem Wettbewerb lag die Aufgabenstellung zugrunde, die sich aus der Dialogveranstaltung vom Februar 2014 ergab, und damit ging es für mich um die Frage: was davon war darin wieder zu finden?

 

Das war der Abendfahrplan:

1. Geskes Hack Bürovorstellung

2. Gespräch an Tischen Marktplatz zu den 3 Teilbereichen 

3. Zusammentragen, Nachfragen, Ergänzungen

 

Mit 15 festen Angestellten gehört Geskes und Hack zu den großen der Branche und lebt hauptsächlich davon, Wettbewerbe zu gewinnen (50 Preise),  gern die für Gartenschauen. 10 Landesgartenschauen wurden so bereits geplant. Das Büro sieht `Lagas` dabei als  Planungsinstrument zur Beseitigung städtebaulicher Missstände. Anhand diverser bebilderter Beispiele aus Tirschenreuth (Fischhof mit Teich und Brücke), Hemer (Himmelsleiter durch Ex-Kasernenanlage, Himmesspiegel auf Exerzierplatz), Schwerin (Spielplatz a la Siedler von Catan), Gießen  (Uferwege, Quelle  und Senkgarten), Zülpich (Tagebaurestloch, Uferweg, Terrassen) und der BUGA Havelberg wurde gezeigt, was so geht.

 

Hier der Planungsansatz und die Ideen für die Geraaue: Gera vorzeigen und erlebbar machen von Fluss, Aue und Stadtrand durch

• Entschärfung der zerschneidenden Wirkung der Auenstr. 

• Hang am Klinikum als Botanischer Garten darstellen

• Erhaltung der Auewiesen entsprechend der Idee eines Volksparkes, extensivere Gestaltung

• Freilegen und abflachen der zugewachsenen Ufer an besonders geeigneten Stellen 

• Erhaltung und Wiederherstellung der Gerapromenade als Verbinder und Rundweg

• Geraterrassen mit intensiver Gestaltung direkt vor den Wohnhäusern an der Westseite des Parkes

• Ex-Garnisonslszarett als Eingangsbereich neben Ex-Tummelplatz (Fliegerschul-Grundstück), der als  neuer Spielplatz inszeniert wird

• Engstelle am Klärwerk besonders intensiv gestalten

 

Zur Durchführung und zu einigen Teilaspekten des zukünftigen Parkgeländes, das nach der Show als grünes Band vom Venedig bis nach Gispersleben reichen wird, gab es viele Fragen. Diese konnten an die Planer und die Vertreter der StV an den 3 `Marktständen` gerichtet werden, Tische mit Plänen und Pinnwänden für Fragen gab´s dort auch.

 

Während der 170 Tage Show ist ein Zaun um den Nordpark nötig, damit der Eintritt kassiert werden kann, danach wird dieser wieder abgebaut. Das Nordbad wird ausgeklammert, der Zugang bleibt frei und daneben entsteht ein  großer Parkplatz. Die Hundewiese soll anderswo ausgewiesen werden, der Garagenhof Fuchsgrund bleibt bestehen, der an der Gera wird verlagert, das Tierheim verkleinert. Dafür gibt es im Kilianipark 2 Ufer-Aufweitungen in Terrassenform und zwischen Kleingartenanlage und Ufer einen Weg. Die Auenstr. wird zur Fahrradstr. umgewidmnet.Der Spielplatz der Generationen neben der Pappelstiegbrücke wird seltsamerweise gar nicht in die Planung übernommen. Die StV hat einen Auftrag für ein BUGA-Verkehrskonzept vergeben, welches dann  mit DB und Verkehrsverbund abgestimmt ist und dessen Fahrpreis im Buga-Ticket enthalten sein kann. 

 

Am Ende wurde artig gedankt und wer dann noch Fragen hatte, durfte die auch noch loswerden. Mich interessierte, ob es ein Hochwasserschutzkonzept gibt und wie es eingearbeiteten wird? Eigentlich nicht, war wohl nicht Teil der Aufgabenstellung, kann aber noch berücksichtigt werden. Außerdem wollte ich wissen, warum die Reste des Heizwerkes in Gispersleben nicht sichtbar bleiben  und den Eingang vom Ortsteil her markieren ? Tja, gar nicht dran gedacht. Eigentlich schon. 

Andere forderten die Sanierung des Schulhofes des Albert-Schweizer-Gymnasiums, die Essbare Stadt und  Integrationsprojekte für Neu-Erfurter .… all das stand ja auch schon nach dem Buga-Dialog 2014  im Hausaufgabenheft. Maßnahmen zur  Klimaanpassung oder nachhaltige, ressourcensparende Ideen finden sich in dem Entwurf leider auch nicht. Es ist ein durch und durch konservativer Ansatz gewählt worden, der eigentlich nur der Sanierung der vernachlässigten Flächen dient. Antworten auf die Fragen der Stadtentwicklung von morgen gibt diese BUGA21 nicht und verfehlt damit das Ziel, das sie als Instrument der Stadtentwicklung eigentlich hat. Kristiane Schley


Die Wettbewerbsauslobung zur BUGA enttäuscht

Was haben wir nicht alles versucht : Gespräche mit dem Stadtentwicklungsamt Herrn Spangenberg und der Stabsstelle Nachhaltigkeitsmanagement schon 2012, ein Projektvorschlag, den wir schriftlich bei Paul Börsch und Uwe Spangenberg eingereicht haben, die Teilnahme an Bürgerforen, wo aus allen Arbeitsgruppen der Wunsch nach einem Bürgergarten betont wurde ... immer wieder nur Hinhalten und Vertrösten auf den Wettbewerb zur BUGA

 

und ? Nix davon findet sich in der Aufgabenstellung wieder. Enttäuschend. Die Dokumente findet Ihr hier: 

WINWIN-SITUATION
spangenberg 120131.pdf
Adobe Acrobat Dokument 2.4 MB
Auslobung-BUGA-16-05-2014.pdf
Adobe Acrobat Dokument 17.0 MB

Buga-Dialog am 13. Februar 14

Die BUGA 21 wird in Erfurt einiges bewegen in Sachen Freiraumqualität, Nachhaltigkeit und Grün-Vernetzung.

Dabei wird hier zum ersten Mal bei BUGA-Planungen ein echtes Bürgerberteiligungs-Verfahren angewendet, der BUGA-Dialog. Ich war dabei als die StV EF zusammen mit dem Büro, welches den Wettbewerb vorbereitet, diese Veranstaltung durchgeführt hat. Drängende Enge - mit so viel interressierten Bürgern hatte wohl keiner gerechnet, aber dennoch am Ende wie immer bei solchen Beteiligungsverfahren, viele gute Ideen und Anregungen für die Planer.

Aus dem Brief der Deutschen Umwelthilfe an das Stadtplanungsamt vom 25. Nov. 2013 :

 

"....Das Konzept der Erfurter Initiativen ist dabei äußerst innovativ: Schon einige Jahre vor der eigentlichen BUGA soll unter den Augen der Öffentlichkeit und zusammen mit den Anwohnerinnen und Anwohnern der Garten aufgebaut werden, damit für die BUGA-Saison ein bereits funktionierender, eingewachsener Garten mit einer hohen Attraktivität für BUGA-Besucher existiert. Damit wird der BUGA-Gedanke bereits vor Beginn in die Bevölkerung getragen und wichtige Öffentlich-keitsarbeit geleistet. Dazu kommt, dass der Gemeinschaftsgarten rein ehrenamtlich getragen und bewirtschaftet wird, was das BUGA-Budget erheblich entlastet...."

dazu der Kommentar in der TA vom 14.02.2014

Mehr als 120 Erfurter redeten am Donnerstagabend kräftig in die Planungen für die Bundesgartenschau (Buga) 2021 rein. Hunderte Ideen für attraktive Parkanlagen entlang des Geralaufs, die über die Gartenschau hinaus Bestand haben sollen, pinnten die Teilnehmer am Buga-Dialog zur Entwicklung der Geraaue und des Nordparks an die Stellwände rund um drei Debattiertische.

 

Die waren im Saal der Wohnungsbaugenossenschaft Zukunft an der Mittelhäuser Straße aufgestellt. Sorgen und Ängste der Bewohner der Stadtteile wegen der künftigen Gartenschauflächen fanden auf den bunten Zetteln ebenfalls Platz oder wurden gleich mündlich in die Diskussionsrunden geworfen.

 

"So haben wir uns das vorgestellt", war Uwe Spangenberg, der für die Buga-Planung zuständige Dezernent von der Stadtverwaltung von der regen Beteiligung der Erfurter begeistert. Eine derartig bürgernahe Form, eine Bundesgartenschau vorzubereiten, hatte auch Jochen Sandner, der Geschäftsführer der Deutschen Bundesgartenschaugesellschaft, bis zum Donnerstagabend noch nicht erlebt. "Das ist einfach zukunftsweisend, was hier passiert", stellte er fest. Ganz begeistert sammelte auch er Zettel mit Anregungen der Erfurter ein. "Was an diesem Abend zusammengetragen wird, sollte die Buga-Planungen in Erfurt gewaltig beeinflussen", schätzt er ein. Entsprechend groß werde die Akzeptanz der Schau bei den Erfurtern ausfallen, meint Sandner.

 

Konstruktive Vorschläge prägten den Dialog

In den Debatten zeigte sich, dass einige Anwohner der Parkanlagen, die Buga-Flächen werden sollen, zwar auch betroffen darauf reagierten, dass für die Schau möglicherweise Zäune gezogen und Eintrittspreise für bestimmte Areale erhoben werden. Andererseits nutzten viele Bürger die Chance, eigene Wünsche für die Entwicklung der Flächen entlang der Geraaue in die Pläne einfließen zu lassen.

 

"Ich habe vorwiegend konstruktive Beiträge mitbekommen", erklärte Sandner. "Außerdem zeigte sich, dass es die Planung sehr befruchten kann, wenn das Wissen der Bürger über ihre Umgebung, in der sie oft seit vielen Jahren leben, mit einfließt."

 

Aufschlussreich waren deshalb viele Gespräche auch für etliche Stadtmitarbeiter. Amtsleiter wie Paul Börsch, Jörg Lummitsch oder Wofgang Schwarz nahmen die Hinweise der Dialog-Teilnehmer direkt an der Debattiertischen auf.

 

Ausgedacht hatten sich die neue Form der Bürgerbeteiligung die Mitarbeiter vom Planungsbüro Seebauer, Wiefers und Partner, dass schon die Bewerbung Erfurts um die Buga 2021 begleitet hatte. Angesichts der intensiven Diskussionen, die sich rund um die Themenbereiche Park- und Flächengestaltung, Umwelt und Natur, sowie Anbindung der Buga-Gebiete an die Stadtteile entspannen, musste Moderator Martin Seebauer jedoch sein Konzept fallen lassen, die Teilnehmergruppen von Tisch zu Tisch rotieren zu lassen. Die Ideen sprangen von ganz allein über.

 

Timo Götz / 14.02.14 / TA

2021 wird Ende April in Erfurt die Bundesgartenschau eröffnet, seit 60 Jahren in der Bundesrepublik eine Erfolgsmarke. http://www.erfurt.de/ef/de/service/aktuelles/topthema/buga/

 

Erfurt hatte sich (als einzige Stadt 2011 :-) beworben und das Konzept kam an. Es sah vor, von der ega, über den Petersberg, durch die Geraaue bis zum Kiliani-Park eine Gartenschau zu veranstalten, aber auch die Stadtentwicklung mit diesem Instrument zu fördern. Natürlich spielte der Mythos "Blumenstdt" eine wichtige Rolle, aber ehrlich gesagt bezieht sich dieser Begriff heute ja nicht mehr auf die Blumenfelder der zahlreichen Samenzüchterbertriebe des 19. Jh., sondern umfasst eher die ega, die FH und die Tatsache, dass Christian Reichart im 18.Jh. hier den Gartenbau entscheidend entwickelt und damit der vom Krieg gebeutelten stadt wirtschaftlich und imagemässig wieder auf die Beine geholfen hat.

 

Am 23. Januar fand also im mercure-hotel dazu eine öffentliche Infoveranstaltung statt. Die Organisation hatte der Verein "wir-für-erfurt" übernommen

 

Birgit, Anett, Sebastian und ich nutzten die Gelegenheit, unser urbangardenprojekt in die buga-konzeption einzubringen, die Bereitschaft unserer transition-town-initiative zur Kooperation mit der Stadt zu signalisieren. Ein unerwartet positives Echo kam zurück, noch während ich das mikro in der Hand hielt. Offenbar war dies die einzig wirklich neue Idee an dem ganzen buga-Konzept und nach der Veranstaltung umringten uns eine handvoll neugieriger Zuhörer, unter ihnen auch ein stadtrat der Linken und der Bürgermeister für Stadtentwicklung und Umwelt, Herr Spangenberg und wollten mehr über tte wissen.

kristiane

win-win-situation