Bewusster Konsum

Erzeugerladen im Selbstversuch

Ab 22.02.17  Schmidtstedter Ufer 29

Wie versprochen hier der Bericht von meinem Besuch am Eröffnungstag. Der Laden war sogar für mich leicht zu finden, da die Kreuzung Krämpfer Str. / Schmidtstedter Ufer nicht weit vom Anger entfernt ist und der kleine Eckladen auch aus dem Straßenbahnfenster gut zu sehen ist. Nette Dekoideen im Schaufenster, kleine Apfelbäumchen, Stühlchen und Tischlein neben der Tür laden mich ein, den Laden zu betreten. Solide, braun gebeizte Vollholzregale, lässig kombiniert mit solchen aus Obstkisten, weißen Stühlen und Bistrotischen erscheinen im Blickfeld,  ergänzt von schicken Kühltresen und –Schränken, denn es wird ein Vollsortiment angeboten: Backwaren, Molkereiprodukte, Obst, Gemüse, Getränke, Genussmittel und Mützen. Nicht etwa langweiligen Wollmützen, sondern solchen aus Torfgarn. Hä? Genau, einfach mal gucken gehen. 

Es gab Brot aus der eigenen Bäckerei, daneben auch diverse Brötchensorten und bereits fertig Belegtes zum Mitnehmen oder gleich kauen. Ich entschied mich für ein Sauerteigbrot in Kastenform und regte während des Bezahlvorganges an, auch Gebäck aus der Weimarer `Brotklappe`  ins Sortiment aufzunehmen, dessen Geschmack übrigens legendär ist. Nun, das wenig später daheim verkostete Brot ist auch nicht schlecht, sollte es auch nicht, wenn man den Preis bedenkt. Die mitgekauft Pastinake hat den Geschmackstest ebenfalls mit Bravour bestanden. Wie erwartet, denn dass sie gerade aus der Miete geholt worden war, konnte ich ihr noch ansehen.

Insgesamt sehr erfreulich, dass es mit dem Erzeugerladen ein weiteres Geschäft hier gibt, das regionale Produkte ohne Umweg an die Kunden bringt, somit das Einkommen der Erzeuger stabilisiert und sie und ihre Familien unabhängig vom Preisdruck des Großhandels macht. Wir Kunden können diese gute Idee nur unterstützen und das ganz bequem um die Ecke. 

Kristiane Schley

 

Ökoroutine - damit wir tun  was wir für richtig halten

 

Dr. Michael Koppatz ist seit 1997 Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Klimapolitik des Wuppertal Instituts und seit November 2003 arbeitete er in der Forschungsgruppe "Energie-, Verkehrs- und Klimapolitik“ . Seine Dissertation beschäftigte sich mit dem Thema „Nachhaltigkeit und Verwaltungsmodernisierung: Eine theoretische und empirische Analyse am Beispiel nordrhein-westfälischer Kommunalverwaltungen“, daher also die Initiative, sich mit der Politik als wichtigem Faktor bei der Bewältigung des Klimawandels auseinander zu setzten.

 

Unser  Referent kurvte also am Dienstag geschmeidig unter der der Deko der Ökobackstube herum, während er uns  sein neues Buch  vorstellte. „Es müssen sich die Strukturen ändern, dann ändern sich auch die Verhaltensweisen der Menschen.“ Anders gesagt,  mutige Änderungen bei den gesetzlichen Rahmenbedingungen wirken sich unmittelbar auf unseren Lebensstil aus und werden zum Hebel, um den Klimawandel zu bremsen.

 

Der CO2 Rückgang in Deutschland stagniert seit 2008, Neuerungen bei der Technik reichen also nicht aus. Und auch wenn wir alle eigentlich wissen, was wir tun sollten, braucht es die Rahmen der Gesetzte, um sich auch im Alltag daran zu halten. Kopatz hat diverse Vorschläge parat, übrigens absolut einleuchtende und ich fragte mich, warum sich die Politik noch nicht daran gemacht hat, sie in Gesetze zu gießen. Ok, Lobbyismus, persönliche Bedenken, … es gibt viele Gründe. Doch selbst Aktienunternehmen wollen radikale Vorgaben durch die Politik und geben bei anonymen Befragungen zu, dass sie durchaus strengere Umwelt- und Klimaschutzstandarts einhalten würden, sofern das (demokratischerweise) auch die Konkurrenz machen muss.

 

Ansetzten könnte die Politik zB. sofort bei der Werbeindustrie mit ihrem Budget von 30 Mrd € . In Schulen sollte Werbung und die Subvention von Unterrichtsmaterialien durch Unternehmen verboten werden. Oder sie müsste  eine Abgabe leisten, mit der Anti-Werbung gemacht werden kann, zB. gegen das Fliegen. Auch vorgegebene Limits für Starts und Landungen würden die Expansion der Flugzahlen und der Flughäfen unterbinden und so das Fliegen als CO2-schändlichste Mobilitätsart zumindest auf jetzigem Niveau halten. 

Beispiel Wohnen und Bauen; in Deutschland werden alle 3 Jahre 1 Mio neue Wohnungen gebaut, obwohl bis 2014 die Bevölkerung gleich groß geblieben ist. Ursache ist der Wunsch nach immer größerer Wohnfläche. Das überkompensiert die Energieeinsparung durch die EnEVs auf absurde Weise. Beispiel Automobilbau: Die beliebten SUV und der Trend zu immer mehr Größe und Komfort überkompensieren die Effizienzfortschritte in der Entwicklung, Fachbegriff: Reboundeffekt. Der Treibstoffverbrauch steigt weiter. Die Deutsche Fahrzeugflotte liegt heute bei 130g CO2/ 100 km und müsste durch gesetzliche Vorgaben auf 0 in 2050 verpflichtete werden. Ruckzuck gäbe es keine Investitionen in Verbrennungsmotoren mehr. Beispiel Landwirtschaft und Nahrungsmittelindustrie, wo die EU-Subventionen für Umweltzerstörung sorgen. In den nächsten 20 Jahren müssen Biostandart erreicht werden. Höhere Preise würden damit alle treffen, jedoch langsam. Beispiel Straßenneu- und – Ausbau, ein Moratorium würde den Schienenverkehr stärken und natürlich den ÖPNV, endlich. 

 

Es gibt auch Erfolge, beispielsweise  ging der Tabakkonsum durch staatliche Vorgaben schrittweise zurück, Deutschland verfügt inzwischen über fast 30% erneuerbare Energie und wenn ab 2020 nach EU-Vorgabe das Nullenergiehaus zum Standard beim Neubau wird, führen auch hier strukturelle Änderung zu Verhaltensänderungen und damit zu effizienter Energieeinsparung. Auch die neue Standbyverordnung bringt CO2-Einparung, ohne dass der Verbraucher es merkt oder gar Verhaltensänderungen zugemutet bekommt: 0,5 W/h bei Standby statt bisher bis zu 200 W/h.

 

Solche gesetzlichen Rahmenbedingungen sind im Übrigen auch hochsolidarisch, weil alle mitmachen müssen und nicht wie bei Steuern (Autobahnmaut) die Besserverdienenden profitieren, weil sie sich das eben leisten können.

Mein persönlicher Favorit wäre ja die Garantieverlängerung bis zu 15 Jahre auf Haushaltsgeräte incl. Rücknahmepflicht für alle Konsumgüter. Ich glaube, sehr schnell wäre dann den Konsumenten und auch der Industrie auf die Sprünge geholfen, nachhaltig zu produzierten und zu konsumieren.

Demokratie gibt sich Regeln im Sinne des Gemeinwohls und das gilt auch für zukünftige Generationen. Unsere gewählten Volksvertreter müssen liefern und wir Bürger dürfen das fordern. 

EINFACH. JETZT. MACHEN

Kristiane Schley

 

PS: im Januar wird in Berlin wieder demonstriert: Wir haben es satt

 

Genusspromenade 30.11.16  Kaisersaal

 

 

 

Liebe Slow-Freunde - unser Convivium beteiligt sich am 30. November an der Genusspromenade im Erfurter Kaisersaal.

Stand 1 - (Bar) Suppe kochen

Wir werden dort mit Karina Peckham (Peckhams Erfurt) eune leckere Suppe kochen. Wir bekommen Gemüse von Bioladen Erfurt und von Gemüsefischer und Fleisch von unserem neuen Unterstützer "Naturfleisch Oberweißbach". Wir kochen an der Bar des Kaisersaals.

 

Stand 2 - Genussführer und Publikationen

Genussführer Wir präsentieren unsere Thüringer Restaurants aus dem neuen "Genussführer". Bieten den "Genussführer"; Slow Food Magazine und andere Bücher mit Slow-Food-Themen zum Verkauf an. 

 

Stand 3 - Geschmacks- und Geruchsparcour.

Wir haben einen Geschmacks- und Geruchsparcour. Das ist eine Gemeinschaftsprojekt mit dem Christlichen Jugenddorfwerk Deutschlands e. V. (CJD) Erfurt. Dort wird Maik Benschig, ein blinder Korbflechter, der in den Erfurter Werkstätten arbeitet, die Besucher testen. Und ab und zu spielt Maik auf seiner Mundharmonika. Daneben bieten wir aus dem Schulgartren der "CJD Erfurt Christophorusschule" Kartoffeln an, die die Kinder geerntet haben. Mit den Einnahmen wollen wir das Schulgartenprojekt unterstützen.

 

Stand 4 Thüringer Produzenten

"Thüringer Erzeugergemeinschaft" - unsere SlowFood Mitglied Sebastian Kloch-Kornitz stellt Thüringer Genussproduzenten vor. Außerdem bietet er die "Luther Salami" an, ein neues Produkt der "Naturfleisch Oberweißbach".

 

Stand 5 (Garten) Slow Barbecue

Im Garten des Kaisersaals bereitet Christian Knauf - Grill- und Barbecue Experte - ungewöhnliche Bratwurst-Kreationen auf dem Holzkohle-Grill zu.

 

Für diese Veranstaltung suchen wir noch einige aktive Mitstreiter. Wer also etwas Zeit und Lust, der möchte sich bitte melden.

Außerdem haben wir auch ein Kontigent an Freikarten. Bitte anmelden. 

 

Beste Grüße  

Harald Mohr

Slow Food Weimar-Thüringen

Ein Convivium von Slow Food Deutschland e.V.

Leiter: Harald Mohr

c/o MOHR MEDIA TV

Erich-Kästner-Straße 1

99094 Erfurt

fon: +49 172  799 93 30

fax: +49 361  511 43 99

 

 

 

weimar@slowfood.de

https://www.slowfood.de/genussfuehrer

https://www.slowfood.de/slow_food_vor_ort/weimar_thueringen/

https://www.facebook.com/Slow-Food-eV-Weimar-Thüringen-241350572870449/

 

Slow Food – für gute, saubere und faire Lebensmittel www.slowfood.de

 

Jetzt Mitglied werden! www.slowfood.de/mitgliedwerden

Bratwurst. Und sonst ?

Wie sieht nach fast 2 Jahren Regierungsverantwortung der rot-rot-grünen Koalition die Zwischenbilanz  im Bereich Ernährung und Landwirtschaft aus? Was wird in diesem Bereich künftig erwartet und welche Vorstellungen haben die Verbraucher*innen? Um diese und andere Fragen drehte es sich bei der  Fishbowl-Diskussion am 14.09. im Haus Dacheröden. Die Böllstiftung und die Rosa- Luxemburg-Stiftung hatten die Veranstaltung organisiert und ca. 50 Interessierte waren gekommen

 

Birgit Keller (Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft), Anja Siegesmund (Ministerin für Umwelt, Energie und Naturschutz), Robert Scheringer (Agrarprodukte Großfahner eG), Reiko Wöllert (Geschäftsführer Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft Mitteldeutschland) und Petra Müller (Verbraucherzentrale Thüringen) sowie einige Zuhörer, die ebenfalls in die Fischbowl sprangen, kamen zu Wort.

In der Landwirtschaft Thüringens werden 25.000 Arbeitsplätze geschaffen, eigentlich wenig, dennoch prägt dieser Wirtschaftszweig unsere Kulturlandschaft und hat entscheidenden Anteil am Naturschutz, bzw. am Gegenteil davon. Die Landwirte machen jedoch z.Zt. keinen Gewinn, die Kosten werden gerade gedeckt.

95% der Flächen in Thüringen werden konventionell bewirtschaftet. 10% der Anbaufläche als Bio-Fläche sind das Ziel der RRG-Koalition, momentan liegen wir bei  4,4% und so sieht selbst Ministerin Keller noch viel Potential für Bioprodukte, vorzugsweise mit Selbstvermarktung. Dazu braucht es Vertrauen bei den Landwirten und Verbrauchern, also gibt es einen Öko-Aktionsplan, im KULAP mehr Geld, einen Bio-Preis und ein verbessertes Regionalproduktsiegel. Ministerin Siegesmund veranschaulichte die Bezüge zwischen Landwirtschaft und Umwelt, musste aber einräumen, dass allein durch den Anstieg der Schweinehaltung (Achtung: Thüringer Bratwurst) sich der Ammoniakausstoß fast verdoppelt hat.

Herr Wöller als Biobauer wies auf die Notwendigkeit von einheitlichen Glyphosat-Grenzwerten hin. Wobei eigentlich ein Verbot und die Umstellung der Bewirtschaftungsart erforderlich sind. Andere warfen ein, dass die Landwirte ja schon gar nicht mehr wüssten, wie man ohne Chemie das Unkraut in Schach halten kann.  Prinzipiell ohne befriedigende Antwort blieb das Thema der Großbetriebe, die den Löwenanteil der EU-Subventionen erhalten, gut davon leben können und gar nicht daran denken, kleineren, neuen Biobetrieben etwas von ihrem Pachtland abzugeben. Die Korrelation der EU-Förderung zwischen Flächengröße und Zuschüssen verhindert zZt. eine andere, kleinteilige Agrarpolitik. Diese wird als Lösung für viele Umwelt- und Sozialprobleme gesehen, bis hin zur Lebensmittelsicherheit.

Also wendet sich die Agrar- und Umweltpolitik der Koalition erst mal erreichbaren Zielen zu, zB. dem Landes-Kompensationsgesetz, welches zukünftig verhindern soll, dass bei Ausgleichs-und Ersatzmaßnahmen Acker- und Forstflächen verloren gehen und das dafür sorgt, dass Geld in die Kassen kommt, mit dem zB. Ersatzpflanzung, Renaturierung etc. finanziert werden kann. Weiterhin muss am Filtererlass gearbeitet werden, damit der Ammoniak aus der Abluft der Stallanlagen herausgefiltert wird, und zwar ohne dass der Steuerzahler dies bezahlt und eine umständliche Einzelfallprüfung durchgeführt werden muss. Eine maximale Stallgröße muss auch her, damit Landwirte wieder eine ihrer Flächengröße entsprechende Anzahl von Tieren halten, also dieselben mit selbst erzeugtem Futter ernähren können und auch die Produktion von Leguminosen muss noch mal forciert werden, damit unsere Landwirtschaft unabhängig werden kann vom Gen-Soja aus USA. TTIP lässt grüßen !

Diese Wunschliste darf bis zum Ende der Legislaturperiode abgearbeitet werden, danach werden die Karten wieder neu gemischt.

 

Kristiane Schley

 

 

 

Anderer Maßstab - gleicher Anspruch : Die Expo in Mailand 2015

 Ein Artikel, über den ich beim Suchen nach `Essbarer Stadt`gestolpert bin, beleuchtet Anspruch und Wirklichkeit. Hier ein Auszug: 

 

" Warum scheitert eine Weltausstellung so fundamental daran, Lösungen für das brennende Thema der Welternährung aufzuzeigen oder auch nur die Probleme richtig zu benennen? Die Expo ist eine Veranstaltung des Zeitalters der beginnenden Industrialisierung,  die Idee war technische Neuerungen zu präsentieren. In Erinnerung geblieben sind vergangene Ausstellungen mit Gebäuden wie dem Atomium und dem Eifelturm, präsentiert wurden dort Neuerungen wie das Telefon, der Reißverschluss und die Rolltreppe. Doch die Herausforderungen der Welternährung sind nicht in erster Linie technische oder industrielle Herausforderungen: den universellen Reißverschluss, der uns alle satt und gesund macht, wird es nicht geben. Das Problem ist ein gesellschafts- und wirtschaftspolitisches. Die Lösung liegt nach Meinung vieler Experten im Kleinen, im regional angepassten (Land-) Wirtschaften – und damit weit jenseits der Unternehmens- und Innovationstrategien von Agrar- und Lebensmittelkonzernen. Und so kann eine „Industrieausstellung“ an einem Thema wie der Welternährung nur scheitern. Zumindest die Pavillon-Bauer scheinen diesen Widerspruch zu ahnen und rücken urbane Landwirtschaft und handwerkliche Lebensmittelproduktion in den Mittelpunkt der Selbstdarstellung von Ländern wie der USA und Deutschland – im klaren Widerspruch zu Realität in den beiden Ländern." 

 

 

Essbare Stadt - wer hats erfunden ?

hier einige Links für den schnellen Überblick zur `Essbaren Stadt`,  Das Buch über Andernachs Weg und Erfahrungen gibts u.a. hier

2 Ladys in Todmorden England sind übrigens als erste auf die Idee gekommen. Sie stehen heute immer noch die treibenden Kräfte hinter der Bewegung und das macht auch den Erfolg dort aus -  als touristische Sehenswürdigkeit,   jedoch auch das regenreiche, britische Wetter. Hier in Thüringen muss dagegen immer Gießwasser zur Verfügung stehen. Entscheidend ist aber der Wandel im Hirn, der Wille zur Veränderung.Kristiane Schley

 

http://www.daserste.de/information/wissen-kultur/w-wie-wissen/sendung/2012/andernach-100.html

https://www.3sat.de/page/?source=/nano/umwelt/187632/index.html

https://www.youtube.com/watch?v=uhoJJVVArDc

 

Fest der krummen Gurke zum Bürgerfest am 3. Juni 16

wie wars? großartig, jedenfalls aus meiner Sicht. TeilnehmerInnen und BesucherInnen, mit denen ich so gegen Ende der Veranstaltung gesprochen habe, fanden den Tag ebenfalls gelungen. Die Festivalisierung, die wir uns nach der Analyse des letzten Jahres vorgenommen hatten, ist richtig gewesen und das neue Konzept aufgegangen. Das Fest ist dichter geworden. Dazu haben das Trommeln und die Musik ebenso beigetragen wie die kleinen Performances der Künstler um Juliette Schenkel und Martin Thoms. Auch die geänderte Anordnung und die große Bühne trugen entscheidend dazu bei, dass das Fest an Bedeutung gewann. Die beiden `WandelCafes`  lieferten zwar wichtige  inhaltliche Beiträge zum Anliegen des Festes, fanden jedoch leider nur wenige ZuhörerInnen. Die Stände-Rallye dagegen lockte vor allem Kinder an die Stände und spätnachmittags noch mal ZuschauerInnen vor die Bühne, als die Preise verlost wurden.

 

Viele Stände boten Ess- und Trinkbares an. Beim Fest der Krummen Gurke riss jedenfalls der `Kundenstrom` bis zum Schluss nicht ab. Dank der Unterstützung durch die Küche des LandMarktes  und unserer Aktivistinnen waren die Krummen Gurken dieses Jahr mit Orientalischen Bratkartoffeln, Tsatsiki und Salat dabei. Ohne die Gruppe der Flüchtlinge um Maan und Ferras hätten wir das allerdings nie geschafft. Unermüdlich pellten und schnitten sie Kartoffeln, Zwiebeln und Knoblauch und arbeiteten an den beiden Herdplatten. Offensichtlich auch mit Freude, denn ab und zu stimmte Ferras das Lied von der schönen Hausfrau an, die morgens, mittags und abends Kartoffeln isst.

Alle Stände hatten diesmal einen tw. sogar mit Plakaten und Luftballon geschmückten Pavillon über sich, so dass sich ein farbenfrohes Bild von Vielfalt in Einigkeit ergab, das sehr wohltuend wirkte und praktischerweise auch vor den Regenschauern schützte.

Ebenfalls gut gepasst hat die Dramaturgie, also das Programm von Aufbau bis Abbau - dafür ganz besonderen Dank an Josef Ahlke, Frank Mittelstädt und das Orga-Team. Da die Pavillons großenteils schon standen, hat auch die Umweltministerin ein klein wenig am Fest partizipieren können, als sie 13:00 vorbei kam. Sie gab die Stiftung eines Umweltpreises mit einer kleinen Pressekonferenz bekannt. Das Konzert am Ende der Veranstaltung zog an diesem warmen Frühsommerabend das Publikum noch einmal  an und hat somit uns Akteuren ganz nebenbei auch den Abbau erleichtert.

Ich fand, es war das beste Bürgerfest seit 2012, als Transitiontown das erste Mal mit dabei war und bin mir sicher, dass es nun nicht nur zur fixen Größe im Festkalender der Stadt geworden ist, sondern sich auch am Hirschgarten etabliert hat und als Aktion der sich wandelnden Stadt  im Bewusstsein der ErfurterInnen angekommen ist. Kristiane Schley

zum Video Bürgerfest geht hier lang und zum Audiobeitrag bei Radiofrei hier lang

 

 

Brotklappe - schräger Name für aufrichtiges Brot

PS:

Ich setzte mal das PS voran, weil sich prinzipiell am  Text unten von vor einem Jahr nix geändert hat. Nur das wesentliche, es gibt sie nicht mehr in Erfurt. Die Brotklappe hat sich nicht nur verzogen sondern auch vergrößert und öffnet sich nun in Weimar. In der TLZ vom 18.Mai erschien dazu ein Artikel,  und auf Facebook gibts noch mehr Infos, als dies hier." Du findest uns in Weimar in der Trierer Str. 46. Wir haben Fr - So von 15 - 20 Uhr geöffnet. Ab 15 Uhr bekommst Du bei uns Kaffee und leckeren Kuchen. Unser Sauerteigbrot ist ab 17 Uhr fertig. Wir bieten ein wechselndes Sortiment aus Sauerteigbroten und Gebäck an. (s. Menükarte) Über unser Wochensortiment informieren wir per newsletter und über Facebook" 

 

Sebastian und Annika Lück experimentieren seit 5 Jahren mit dem Brotbacken. Ihr Mehl ordern sie aus der Zeddenbacher Mühle bei Freyburg, welche zwar kein Bio-Mehl produziert, jedoch Korn von regionalen Kleinbauern mahlt, langsam, kalt, also  wie in alter Zeit. Die Mühle wiederum pflegt Kooperationen mit der Arbeitsgemeinschaft bäuerlicher  Landwirtschaft, Höfe, die sich zusammen geschlossen haben, um sich gegen die Vereinnahmung durch die Industrieller Landwirtschaft zu wehren und lieber für ihren regionalen Markt gesunde Lebensmittel produzieren. 

Die beiden Sonntagsbäcker backen 60 Brote, etwa die Hälfte davon Roggenmisch (rund) und Weizenvollkornbrote (lang), sowie Dinkelböller. Inzwischen gibt es 50 Stammkunden, die  ihre Wochenration via www.brotklappe.de  vorbestellen. Als ich am Sonntagabend vor dem Laden in der Auenstr. 63 saß, war jedenfalls ziemlich viel Betrieb, denn das duftende, noch warme Brot wurde abgeholt. Der Brotbackofen ist  das Geschenk eines Berlin- Türkischen Pizzabäckers und sieht für Laien wie mich unscheinbar aus. Die Ergebnisse sind jedoch vortrefflich: die Krume saftig - bis zu 10 Tage  lang soll das auch so bleiben, wie mir Annika versicherte. Die Kruste schön fest und Duft und Geschmack so, wie in meiner seligen Jugendzeit das Bäckerbrot gewesen ist. 

Sonntags geöffnet ab 15:00, Brot ab 17:00, in der ehemaligen Fleischerei späteren Bar, die seit einigen Monaten als Sonntagsbäckerei dient. Auenstr. 63 Erfurt 

Kristiane Schley   www.brotklappe.de und Facebook

   

Fest der Krummen Gurke am Tag der Nachhaltigkeit - das war der Tag

und was für einer – er verging wie im Flug. Aufbauen, Geräte und Wasser in Betrieb nehmen, die Dame von der Stadtverwaltung von ordnungsgemäßer Hygiene überzeugen, Tische mit Infomaterial bestücken, Plakate aufstellen, Möhrenbündel an Banner binden, die neuen roten Kochschürzen und –Käppies anlegen, Gemüse waschen, Schnippeln und die erste Fuhre Irish Stew ansetzen, mit Interessenten diskutieren, Spendeneinsammeln, Brot von gestern schneiden, fairen Kaffee kaufen, grasgrüne Servietten bedrucken: Mit Gewissheit gut essen, Stew umrühren und verkosten, ausgeben, den Koch loben !!!, schnell noch Knoblauch kaufen, vor dem Regen unters Zeltdach flüchten, der Musik unter Torbögen zuhören,  Interviews geben, Infomaterial vor dem Nass werden schützen, Fotos machen, bei den anderen Ständen vorbei gucken und ein Schwätzchen halten, zusammen räumen, Zelte, Tische, Plakatständer abbauen, letzte Bierflaschen ausgeben, Kassensturz mit der Spendenbüchse, wohin mit dem Müll?

 

Davon abgesehn  hat alles super geklappt, war perfekt vorbereitet und organisiert und damit ist unsere Botschaft, Erfurt eine Stadt im Wandel, auch bei den vielen  Akteuren und den Besuchern angekommen.  Hiermit nochmal Danke an alle MitstreiterInnen am Fest der Krummen Gurke und besonders Josef Ahlke, ohne den der Tag der Nachhaltigkeit  wohl dieses Jahr ausgefallen wäre.  Für all die ehrenamtliche Arbeit im Vorfeld wurden wir mit einem schönen Fest belohnt – einer kleinen aber nachhaltigen Alternative zum anschließenden großen Krämerbrückenfest. Kristiane Schley

Das Ganze in Bildern hier und als Video bei Youtube 

Unser Fest steht dieses Jahr unter dem Motto `Mit Gewissheit gut essen`  und hat den Fleischkonsum zum Thema. 

 

Fleisch schmeckt lecker, besonders jetzt zur Grillsaison wieder als Brätel. Und in Deutschland ist es absolut erschwinglich: geprüfte DLG-Qualität bei Aldi Nord das kg Hähnchen fertig vorbereitet zum Grillen für 2,99 €.  

 

Damit kriegt Herr Meier  die liebe Familie locker satt. Und er muss sich nicht mal die Mühe machen, sein Küken 26 Tage lang zu füttern und gesund zu halten, es dann im Stall zu fangen, zu töten, aus zunehmen, zu zerteilen und zuzubereiten - alles schon erledigt für 2,99 €. Also wird im Sommer jeden Abend gegrillt. Schweinesteak, Lamm, Spareribs, Buletten .... der Fleischkonsum  fällt kaum ins Gewicht, also finanziell nicht,  Papas Ranzen und Mamas schwellende Hüften sind allerdings nicht mehr zu übersehn. Die beiden wissen eigentlich, dass sie an dieser Stelle des Guten zu viel tun, aber ändern sie etwas ? Und wenn sie das wollten, was wäre denn zu machen ? 

 

Sie haben von unserem Fest gehört und kommen  mal vorbei. Fest der Krummen Gurken, komischer Name - was hat das mit Fleisch zu tun? Nun zunächst erst mal nichts. Krumme Gurken und anderes verworfenes Gemüse wanderten  2014 in unsere Kochtöpfe und wurden zu köstlicher Minestrone. Wir  fanden den Namen lustig und haben ihn behalten, als Marke sozusagen.

400 Portionen haben wir vor einem Jahr gemeinsam mit unseren Helfern zubereitet und ausgegeben. Wir wollten zeigen, dass zweibeinige Mähren, zu kleine Kartoffeln und Lauch mit gelbgrünen Hüllblättern  genau so gut schmecken und in der Zubereitung genau sowenig Aufwand machen, wie ihre DIN-gerechten Artgenossen.

Das hat funktioniert, die ErfurterInnen hatten Spaß am Schnippeln und am Essen und wir kamen so  beim gemeinsamen Arbeiten mit ihnen ins Gespräch über den Umgang mit  Lebensmitteln in ihren Haushalten. Doch nicht nur dort werden Gemüse, Milchprodukte, Backwaren, Wurst, Fleisch und Käse verschwendet, sondern in der gesamten Produktionskette. Sind unsere Lebensmittel eben einfach zu billig ? Und wenn ja, warum? 

 

Nun, den tatsächlichen Preis für unser billiges Essen bezahlen nicht nur wir Verbraucher, sondern vor allem die Bauern, die Tiere, der Boden und die Gewässer. Auch die Erntehelfer, die LKW-Fahrer, die Schlachthausarbeiter und die Verkäuferinnen - sie alle zahlen für unser billiges Essen drauf. Mit schlecht bezahlter, schwerer, körperlicher Arbeit. Aber auch die Bienen und die Vögel zahlen - mit ihrem Leben. 

 

Was hat all dies mit Meiers Grillabenden zu tun?  Meiers Anspruch, täglich nur 2,99 € für "geprüfte DLG-Qualität bei Aldi Nord das kg Hähnchen fertig vorbereitet zum Grillen"  zu bezahlen, führt genau zu jenem Preisdruck entlang der  Produktionskette, der sich so negativ auf Qualität und Umwelt auswirkt.  Doch diese negativen Auswirkungen wollten oder konnten Meiers nicht sehen. Wirklich nicht?  Seit Jahren löst ein Lebensmittelskandal doch den anderen ab,  Bienen und Vögel sind gefährdet oder bereits verschwunden, Brennnesseln überwuchern die Bachauen  und Antibiotikaresistenz wurde zu  einem weltweiten Problem. 

 

Was also kann Familie Meier machen ? Wie könnte sie sich dieser Verantwortung als Konsumenten, aber auch ihrer Rolle als Opfer der Umstände stellen ? Zum Veganer werden ? Heimlich nachts die Ställe öffnen ?

 

Nun, ganz so extrem muss es  nicht sein. Viel wird schon erreicht, wenn weniger Fleisch, Wurst, Geflügel und Fisch gegessen würde. Dabei soll man aber mindestens ein bis zwei Mal pro Woche Fisch, maximal drei Mal pro Woche Fleisch und wöchentlich maximal drei Eier essen, so die aktuelle Ernährungspyramide.

Das alles möglichst regional und / oder in Bio-Qualität und für einen fairen Preis gekauft,  mit Liebe selbst zubereitet und gemeinsam verspeist.   

Ein schöner Traum angesichts von knapper Zeit und Geld, das auch für andere Dinge ausgegeben werden könnte  ?  

Ich denke, es ist eine Frage der Wertschätzung und Abwägung, was einem wirklich wichtig ist. Beim Fleischkonsum gehen jedenfalls die eigene Gesundheit und das Wohlergehen Anderer und der Umwelt Hand in Hand. Eigentlich schon leicht, das Richtige zu tun. 

Kristiane Schley  

fleischatlas2014-extra.pdf
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aktuelle Dokus von ARTE zum Thema Fleischkonsum

Der Weg des Fleisches
Fast 66 Kilogramm Fleisch isst jeder Europäer im Schnitt pro Jahr. Doch wissen wir eigentlich, wo genau unser Fleisch herkommt und welchen Weg es hinter sich hat, bevor es auf unserem Teller landet? Welche Möglichkeiten haben deutsche und französische Verbraucher nachzuvollziehen, aus welcher Haltung ein Tier stammt? Eine investigative Recherchereise quer durch Europa hier: http://www.arte.tv/guide/de/050771-000/wege-des-fleisches  und noch was, gleich danach, was sehr beunruhigend ist:

Glyphosat und seine Folgen: Seit Mitte der 90er Jahre werden Teile Europas von einem geheimnisvollen Tiersterben heimgesucht. Und: Auch Landwirte erkranken. Wissenschaftler stehen lange vor einem Rätsel, bis man in den Tieren hohe Mengen des Pestizids Glyphosat findet. Allein in der europäischen Landwirtschaft Europas werden jährlich Millionen Liter solcher Pestizide eingesetzt.
http://www.arte.tv/guide/de/050772-000/tote-tiere-kranke-menschen

 

Krumme Gurken auch dieses Jahr mit dabei - online Abstimmung für 1.000.- € Fördermittel erfolgreich

Anfang des Jahres hatte TTE einen Projektförderantrag bei den Stadtwerken gestellt, um unser krummes Gurkenfest 2015 unterstützen zu lassen.  Es gab ein Voting im Internet und voila, nun sind wie mit dabei und haben 1.000,-€ in Empfang nehmen dürfen. Danke an alle, die für unsere Sache gestimmt haben und Dank an die SWE.

 

Nun geht es ans Vorbereiten. Wir wollen uns dieses mal mit dem Thema Fleischkonsum auseinander setzen, denn hier liegt ein großes Einsparungspotential für CO2.


Dirk Steffens Hühnerstall

Der Moderator ist sonst für Tierfilme bekannt, die er seit 20 Jahren produziert und es ist fällt ihm dabei leicht, für seine wild lebenden Protagonisten Interesse zu finden. Doch jetzt hat er sich in einer zweiteiligen Sendung die Frage gestellt, ob sich ähnlich viel öffentliche Aufmerksamkeit auch für die  Hühner finden lässt, die nach knapp 1-2  Monaten Mast auf unserem Teller landen. Und wenn ja, wie könnte das gehn ? Im 1. Teil zeigt er, wieviel Arbeit erst mal nötig ist, die Vögel so weit zu kriegen:

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/kanaluebersicht/398#/beitrag/video/2249440/2500-K%C3%BCken-f%C3%BCr-Dirk-Steffens

Der 2. Teil dokumentiert, wie Steffens die Ülzener und Ülzenerinnen dazu bringt, anstelle von industriell erzeugten Geflügelteilen seine kompletten Biohühner zu kaufen – im Restaurant, Supermarkt, beim Metzger. Und er demonstriert mit Hilfe einer 5-köpfigen Familie, wie sich durch einen Hühner-Selbstversuch ihr Verhalten ändert.
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/kanaluebersicht/398#/beitrag/video/2249760/Steffens-und-die-Macht-der-Verbraucher


140108_bund_landwirtschaft_fleischatlas_
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100 Punkte sind ein guter Tag

So heißt eine Aktion zum Klimaschutz, die ich bemerkenswert finde (danke Willi :-)

und daher mal vorstellen möchte. 

Wer hats erfunden? „Die selbst finanzierte Initiative der Kairos - Wirkungsforschung & Entwicklung gGmbH in Bregenz und Integral Ruedi Baur in Zürich“ und zu finden hier: www.eingutertag.org 

Worum geht’s? „6,8 kg CO2 (100 Punkte) darf jeder Mensch täglich durch all seine Handlungen ausstoßen, um unsere Welt und unser Klima im Gleichgewicht zu halten. Mit welchen Tätigkeiten wieviel Punkte verbraucht werden und wo interessante Alternativen liegen können Sie hier nachschlagen.“ So ist dort zu lesen. Das Ganze funktioniert ähnlich wie ein CO2-Fußabdruck-Rechner, auch damit waren ja die Österreicher als Erste schon 2004 online. 

Hier nun kommt etwas hinzu, was sehr öffentlichkeitswirksam ist: mit roten Selbstklebe-Punkten kann man en passant Dinge kennzeichnen, die besonders negativ oder positiv aufs Klima wirken, allein durch ihren CO2-Fußabdruck, ausgedrückt eben in einer bestimmten Punktzahl. Ich geh z.B. im Supermarkt am Obstständer entlang und klebe auf die Trauben aus Südafrika eine kleine runde Papierscheibe mit der Zahl 40 drauf. Die Kiste mit den Bio-Äpfeln daneben kriegt den Aufkleber mit der 1. Also nur ein Punkt. Das Wegwerf-T-Shirt von H&M hat 80, das vom Bio-Baumwoll-Fairtrade-Label 10. Ganz schöne Unterschiede. Nun fragt sich der sehr geehrte Kunde der nach mir kommt, hä? Also wäre es gut, auch die Flyer dazu aus zu legen, mit Einverständnis des Ladens natürlich. Einfach genial, finde ich. 


EINKAUFSFÜHRER

Nachhaltiger_Warenkorb.pdf
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Essen und Lebensmittelindustrie, am Beispiel der USA-amerikanischen Probleme - eine Doku by ARTE

Was essen wir morgen? Natürliche, lokale, nachhaltig angebaute Produkte aus kleinbäuerlichen Betrieben, oder industriell hergestelltes Fast- und Trash-Food? Klonfleisch aus den USA oder genetisch veränderten Reis, angereichert mit Eisen und Zink, aus Südkorea? Gemüse aus vertikalen Gewächshäusern, angebaut in den Zentren der Megalopolen, von dort frisch auf den Tisch unter Verzicht auf weite, umweltschädliche Transportwege? Wer wird hungern, wer wird satt? Die Dokumentation sucht Antworten.

 

Die Schlacht um den Teller

nicht nur Lebensmittel werden verschwendet - unsere Müllberge bestehen zum großen Teil aus Klamotten, guckst Du hier:

Kaufen für die Müllhalde

Die Dokumentation wirft einen kritischen Blick auf die Entstehung der heutigen Konsumgesellschaft. Es wird erklärt was "geplante Obsoleszenz" ist und wie dadurch unser enormes (Wirtschafts-)Wachstum erst möglich wurde. Doch unbegrenztes Wachstum ist in einer begrenzten Welt nicht möglich, und so zeigt der Film gegen Ende Alternativen und Lösungswege auf, die uns hoffentlich eines Tages aus diesem Dilemma heraushelfen werden.

Fest der Krummen Gurke - Tag der Nachhaltigkeit 20. Juni auf dem Hirschgarten

Liebe krumme Gurken, liebe Transitiontowner, liebe Bundler und Attacies,

 

mir juckt´s einfach in den Fingern, Euch Danke zu sagen und auch wenn ich wahrscheinlich gleich mit dem Kopf auf das Keyboard knalle vor Müdigkeit. Zumindest für mich kann ich konstatieren – es war ein toller Tag, positiv aufregend und beflügelnd.

 

Aus meiner Sicht hat alles super geklappt, vor allem auch Dank Manfred dem Zauberkoch, der immer ansprechbar, niemals gereizt und immer Herr der Lage war. Bewundernswert und wahrscheinlich sowohl das Ergebnis jahrelangen Geduldstrainings als auch großer Liebe zum Beruf.

 

Jeder von uns hat ein Extralob verdient, vor allem für die gute Atmosphäre, den reibungslosen Ablauf, den Fleiß, das Engagement an seinem Platz. Ich finde, es ist schon ein gewaltiger Unterschied, etwas aus Überzeugung für eine gute Sache zu machen, oder nur für schnöden Mammon. Seien wir froh, dass wir heute dazu Gelegenheit hatten, dies aus zu kosten 

 

Nächste Woche lass ich einen Doodle rumgehn, um einen gemeinsamen Abend zum Feiern zu finden.

 

Jetzt erst mal Euch ein beflügelndes WE und gute Nacht

Kristiane

 

ich kann mich Maria und Kristiane nur anschließen: auch ich hatte einen wirklich schönen, verrückten Tag heute! Wir haben das ganz klasse vorbereitet und unsere Zusammenarbeit verlief super- vor allem wegen der Professionalität Manfreds. Wir können stolz auf uns sein!!!! 300 Portionen leckere Minestrone haben wir doch bestimmt heute ausgegeben....

 

Vielleicht sehe ich den einen oder die andere morgen zum Magdeburger Alleefest!? Ich würde mich freuen...:-) Ansonsten bald in der Lagune zum anstoßen: auf einen starke, leistungsfähige Gruppe, der man noch vielmehr zutrauen sollte...:-)

 

Schlaft schön. Die müde Anett.

 

Hallo in die Runde,

 

Mir hat es auch sehr viel Spaß gemacht :) Vielen Dank an alle!

Zum Feiern würde sich z.B. ein Donnerstagabend in der Lagune gut anbieten.

Könnten wir eventuell einen Dropbox-Ordner oder Ähnliches mit Fotos + Pressemitteilungen machen, damit jeder Zugriff auf alles hat?

 

Beste Grüße und gute Nacht,

Maria

 

Jena rettet Gemüse - 15. März 14

Uta und ich hatten  das große Vergnügen, an dieser Schnipplparty mit anschließendem Suppeauslöffeln mit teilnehmen zu können. Prima Stimmung unterm Küchenzelt, Alt und Jung saßen an den 7 Biertischen einträchtig beieinander beim Gemüse und Brotschneiden. Pünktlich um 12 gabs Eintopf aus Möhren, Kohlrabi, Sellerie und Kartoffeln, dazu Rosmarin-Croutons, Möhrensalat und Brot von gestern. Die 2. Fuhre ab 14.00 bestand aus Rotebeete-Eintopf mit Sauerkraut und Rote-Beete-Salat. Ich war zwar schon lange satt, aber das musste dann doch noch sein - hmmm.

Musik ( von dem Duo Saitensturm – toll, aber leider vorschriftsmäßig viiiiel zu leise) kam aus der Mensa daneben, wo auch die Bühne aufgebaut war sowie diverse Stände, u.a. von der Solidarischen Landwirtschaft , vom Landfrauenverband , Verband bäuerliche Landwirtschaft  und natürlich vom Veranstalter Slowfood selbst und dem BMfEL zu gut für die tonne

Sebastian von unserer Solawi hab ich ebenso getroffen, wie Andreas Bauermeister von TT-Weimar. Dabei kamen natürlich auch d. Th. LW-Ministerin und andere Polit-VIPs zu Wort, ok…, richtig gut gefallen hat mir aber Wam Kat, seine Begeisterung steckt einfach an.

 

Alle Werbung in Form von Bannern und Plakaten kam vom BMfEL in grün-orange, nicht schlecht, fand ich, auch Slowfood war zu sehen, aber seeehr dezent. Dabei haben die 5 oder 6 Damen und Herren ihre Sache richtig gut gemacht. Sie waren über all präsent, haben das Schnippln koordiniert, das Equipment organisiert und Messer , Schneidbrettchen, sogar Einmalhandschuhe dabei, die jedoch niemand benutze. Als Souvenir durften wir unsere blütenweißen Schürzen behalten.

Wie unser Fest der Krummen Gurke wird, hängt von uns ab.  C. Rose v. Radiofrei, der  bis 16:00 moderierte hat uns beiden schon mal zugesichert, dass er unsere Veranstaltung gern bewirbt, ein Interview in einer entsprechenden Sendungen kann umgehend gemacht werden - also Freiwillige vor !

Beste Grüße, Kristiane und Uta

 

Seit der Vernetzungskonferenz 2.0 im November 2013 treffen sich Interessierte, um das Thema Bewußter Konsum zu vertiefen. Inzwischen gibt es Überlegungen, wie wir den Tag der Nachhaltigkeit am 20.06. bunter machen oder den Welt(t)raum e.V. und damit den Weltladen in Erfurt im Mai bei seinem Fairtrade-Day unterstützen können.

 

Lebensmittel im Müll - das muss nicht sein

in Erfurt hat sich die Food Coop in der L50 bereits dran gemacht, Lebensmittel zu sammeln und zu verschenken und auch der LandMarkt Kiosk trägt zum gesunden und bewußten Konsum bei

 

Informationen finden sich inzwischen überall, hier einige Links:

 

Zu gut für die Tonne, Webseite

Studie des Fraunhofer Instituts

Essbare Stadt Andernach

Mundraub  eine interaktive Landkarte mit Obstbaumstandorten

ARTE hat natürlich auch viele Beiträge dazu

Wam Kat - der `Kampfkoch` aus dem Fläming auf Futurzwei

 

und wer  noch mehr braucht, bitteschön auf YOU TUBE gibts einen extra Kanal für Nachhaltigkeit

KonsUmwelt - eine umfassend informierende Broschüre zum Thema Lebensmittelverschwendung

Bildungsmappe_II_Nahrungmittelproduktion
Adobe Acrobat Dokument 1.8 MB

Die Strategie der krummen Gurke - ein Film über Solidarische Landwirtschaft CSA

 

Die GartenCoop Freiburg setzt ein erfolgreiches Modell solidarischer Landwirtschaft um. Rund 260 Mitglieder teilen sich die Verantwortung für einen landwirtschaftlichen Betrieb in Stadtnähe und tragen gemeinsam die Kosten und Risiken der Landwirtschaft. Die gesamte Ernte – ob gut oder schlecht, krumm oder gerade – wird auf alle Mitglieder verteilt. Ein konsequenter ökologischer Anbau, Saisonalität, 100% samenfeste Sorten, kurze Wege, solidarische Ökonomie, kollektives Eigentum, Bildung, sowie mit anpacken in der Landwirtschaft sind nur einige der vielen Merkmale des Projekts.

 

Dieser Dokumentarfilm gibt Einblick in die Motivationen und das Innenleben der Kooperative. Er zeigt Menschen, die in Zeiten ökonomischer und ökologischer Krise der Macht der Agrarindustrie etwas entgegensetzen: Die Strategie der krummen Gurken